Amerika 2014 // Tag 14: Ein Blick hinter die Kulissen von Film und Fernsehen

Der Realität für ca. zwei Stunden entfliehen, in neue Welten eintauchen, auf außergewöhnliche Kreaturen stoßen. Und das alles fernab des Alltags. Das bedeutet für uns Kino. Dabei gehören wir nicht zu den Filmnerds, aber einem guten Film mit der richtigen Mischung aus Action, Fantasy und Humor widmen wir gerne unsere volle Aufmerksamkeit. 😉

In der Metropole Los Angeles sitzen wir quasi am Ursprung des Filmgeschäfts, weshalb wir uns einen Blick hinter dessen Kulissen nicht entgehen lassen möchten. Neben dem Kino begeistern wir uns außerdem für Freizeitparks. Wie wäre es also beide Leidenschaften hier in Amerika miteinander zu verbinden. Wir stehen vor der Qual der Wahl. Disneyland, die Universal Studios, Paramount Pictures oder das Warner Brothers Studio? Um sich alle anzuschauen, braucht man nicht nur das nötige Kleingeld, sondern auch mehr als einen Tag Zeit. Unsere Recherchen ergeben Folgendes:

Paramount Pictures: Bei den Paramount Pictures kann man für $53 p.P. eine 2-stündige oder für $178 p.P. eine 4,5-stündige VIP-Studio Tour buchen. Während die kürzere Tour nur die großen Kulissen abfährt, hält die VIP-Tour Extras, wie das Filmarchiv, die Requisiten vergangener Produktionen und das obligatorische Erinnerungsfoto bereit. Weitere Infos, aktuelle Ticketpreise und Tourtermine unter http://www.paramountstudiotour.com.

Warner Brothers Studio: Wie bei Paramount handelt es sich bei Warner Brothers um eine reine Studio Tour ohne Fahrgeschäfte. Zur Auswahl stehen, je nach Größe des Geldbeutels, zwei unterschiedliche Touren: Die 2,25-stündige VIP-Tour ($54 p.P.) und eine 5-stündige „Deluxe Tour“ ($250 p.P.). In einem 12-Personen-Elektrowagen fährt man über das Warner Brothers-Gelände, kommt an den verschiedensten Filmkulissen vorbei und schlendert durch das Kostüme- und Requisitenmuseum. Aktuelle Warner Brothers-Produktionen sind beispielsweise „Two and a half Men“ sowie „The Big Bang Theory“. Weitere Infos und aktuelle Ticketpreise unter https://www.wbstudiotour.com.

Disneyland / Disney California Adventure: Die beiden Disneyparks befinden sich in Anaheim, ca. 30 Autominuten südöstlich von Los Angeles. Wie von anderen Disneylands oder Disney Ressorts bekannt, sind diese als großer Komplex mit Hotels und einem Disney Village/Downtown angelegt. Es fühlt sich an, wie eine eigene kleine Stadt. Die hat auch ihren Preis: Der Eintritt in einen Park kostet ab $92 p.P. Wer zwischen beiden Parks hin- und herwechseln möchte, muss sich ein sogenanntes „Park Hopper Ticket“ kaufen ($137 für einen Tag, $219 für zwei Tage). Disneyland und Disney California Adventure sind für sich genommen bereits so groß, dass ein einziger Tag für beide Parks nicht annähernd ausreichend ist. Die Wartezeiten vor den Achterbahnen sind teilweise sehr lang – auch wenn der kostenlose FASTPASS möglicherweise etwas Zeitersparnis bringt. Mit dem FASTPASS bekommt man bei einer Attraktion einen bestimmten Zeitslot zugewiesen, währenddessen man bevorzugten Zutritt erhält. Weitere Infos und aktuelle Ticketpreise unter https://disneyland.disney.go.com.

Universal City Studios: Neben Disneyland gehören die Universal City Studios zu den bekanntesten Amusementparks in L.A. Ein Tagesticket kostet ab $84, ein 2-Tages-Pass (nur online verfügbar) ab $93. Darüber hinaus gibt es noch ein VIP-Ticket mit exklusivem „Behind-the-Scene“-Zutritt ab $319 und einen „Front of Line Pass“ ab $139 (saisonabhängig). Letzterer ermöglicht einem, die Warteschlange jeder Attraktion einmalig zu umgehen und direkten Zugang zu erhalten. Weitere Infos und aktuelle Ticketpreise unter https://www.universalstudioshollywood.com.

Für Reisende mit viel Zeit lohnt sich eventuell sogar der Southern California CityPASS®. Er kostet $328 und beinhaltet ein 3-Tages-Ticket für Disneyland/Disney California Adventure, ein 1-Tages-Ticket für die Universal Studios Hollywood und ein 1-Tages-Ticket für das SeaWorld in San Diego. Abhängig davon, wo man den CityPASS® kauft, kommt beispielsweise ein weiteres, kostenloses 2-Tages-Ticket für die Universal Studios dazu. Weitere Infos und aktuelle Ticketpreise unter https://de.citypass.com/southern-california.

Wie man sieht, ist die Auswahl groß. Andere Museen und Attraktionen, wie das Getty Center, Ripley’s Believe It or Not!, das Holocaust Museum, der LA Zoo, der Botanical Garden, die NBC Tours, das Angels Flight, das Staples Center, das Science Center, das Natural History Museum, der Rose Garden und viele mehr, sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Wie haben wir uns nun entschieden? Unsere Wahl ist auf die Universal City Studios gefallen. Warum? Zum einen verbinden sie Film und Freizeitpark miteinander – wir müssen uns also nicht für eins von beiden entscheiden. Zum anderen ist der Park so groß, dass es jede Menge zu erleben gibt, aber man ihn trotzdem bequem an einem Tag schaffen kann – im Gegensatz zu den Disneyparks. Um trotzdem nicht das Gefühl zu haben, von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft zu hetzen, sondern genügend Zeit fürs Schlendern, Entspannen und gemütliche Mittagessen zu haben, investieren wir in den „Front of Line Pass“.

Mit diesem kleinen, lila Pass ist es uns erlaubt, einmalig an allen Fahrgeschäften und Attraktionen die Warteschlange zu umgehen und bevorzugten Einlass zu erhalten. Statt einer Wartezeit von 45 Minuten oder mehr beläuft sie sich auf maximal 5 Minuten. Nur 5 Minuten, die wir in der brütenden Hitze stehen müssen.

Der Park ist in drei Bereiche eingeteilt: Einen oberen (Upper Lot) und einen unteren Teil (Lower Lot), die mit einer Rolltreppe verbunden sind, sowie das Studiogelände (Back Lot). So schön, der Park auch gestaltet ist, ein kleines Manko gibt es: Wir suchen vergeblich nach großen Achterbahnen mit Loopings und Korkenziehern, so wie wir sie aus dem Europapark Rust oder anderen deutschen Freizeitparks kennen. Diese vermissen wir in dem Amusementpark schmerzlich. In Amerika wird einem alles mit 3D-Effekten „vorgegaukelt“ – Egal ob man von Transformers angegriffen wird oder den Simpsons im bunten Comicland begegnet. Es ist toll, gar keine Frage, aber irgendwie entsteht einfach nicht dasselbe Bauchkribbeln.

Dadurch ist das beeindruckendste für uns die Universal Studio Tour. Mit einem kleinen Elektroauto geht es in Gruppen durch Original-Filmkulissen von „Zurück in die Zukunft“ oder „Desperate Housewives“. Wir bekommen Einblicke, mit welchen Tricks, technischen Möglichkeiten und spektakulären Filmsets Erdbeben und überschwemmte U-Bahn-Stationen simuliert werden. Während rechts noch die Überreste eines abgestürzten Flugzeuges zu sehen sind, hat auf der linken Seite ein Tornado Chaos hinterlassen. Es ist erstaunlich, auf einem einzigen Gelände kann man Filme wie Titanic, die drei Musketiere, Bates Motel, der Grinch und Moses (beim Teilen des Wassers) drehen! Der New Yorker Central Park grenzt plötzlich direkt an eine Wild West-Stadt. Für Filmbegeisterte ein verblüffendes Erlebnis! 🙂


Unser Fazit: Das Angebot an Sehenswürdigkeiten, Parks und Attraktionen in L.A. ist riesig. Die Auswahl fällt sehr schwer. Man bräuchte Wochen und, wie weiter oben schon geschrieben, das nötige Kleingeld, um sich alles anzusehen. Daher muss eine Entscheidung her. Am einfachsten geht das nach den eigenen Vorlieben, der zur Verfügung stehenden Zeit und der Anzahl sowie dem Alter der Mitreisenden.

Die Universal City Studios waren ihr Geld wert; es wird viel und Außergewöhnliches geboten. Auch die Investition in den Front of Line-Pass haben wir als sehr lohnenswert empfunden. Der kleine, lila Ausweis nimmt viel Zeitdruck. Statt sich in den meterlangen Warteschlangen ständig mit Sonnencreme vor einem Sonnenbrand schützen zu müssen, standen die Fahrattraktion, der Spaß und die Entspannung im Fokus.

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