In regelmäßigen Abständen packt mich das Fernweh. Es zieht mich raus, in ein anderes Land, in eine andere Stadt, fernab vom Alltag. Je nachdem wie viel Zeit und Kleingeld zur Verfügung steht, muss es nicht immer die große Reise ans andere Ende der Welt sein. Für eine kurze Verschnaufpause reicht häufig auch schon ein Städtetrip für 2-3 Tage. Und gerade wenn nur wenig Zeit vor Ort bleibt, ist es gut, schon ein bisschen vorausgeplant zu haben. So bleibt einem vielleicht die Frage „Was mache ich heute?“ erspart und es kann nach dem Aufwachen direkt losgehen.
Vorweg: Das Smartphone ist bei meinen Reiseplanungen sehr wichtig, wenn nicht sogar der absolut unverzichtbarste Reisebegleiter. Mal abgesehen von einem spannenden Buch (aber dazu später mehr).
Wohin des Weges?
Die schwerste Frage muss natürlich zuerst geklärt sein, bevor die Planungen überhaupt starten können: In welche Stadt soll die Reise gehen? Ich persönlich liebe Großstädte. Dort ist auch wochenends immer was los, das pulsierende Treiben zieht einen einfach mit und es gibt jede Menge zu entdecken. Gleichermaßen gibt es dort aber auch die ruhigen und besinnlichen Ecken, die zum Entspannen und Träumen einladen. Und diese Abwechslung gilt es dann bei der Planung zu finden.
Ist das Ziel gefunden, braucht es eine Unterkunft. Fährt man mit dem Auto, lohnt sich beispielsweise ein Hotel am Stadtrand. Erfolgt die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann es auch eine günstige Airbnb-Wohnung in der Stadtmitte sein. Ich selbst bevorzuge kleine Hotels, die nahe an einer Straßenbahn-Haltestelle liegen und somit reichlich Selbstbestimmung bei der Erkundung bieten.
Mittlerweile gibt es gute Hotels ohne Rezeption. Ich war selbst erst sehr skeptisch gegenüber diesem Model, aber dadurch werden hohe Personal- und Betriebskosten eingespart, wodurch wiederum die Zimmer günstiger angeboten werden können. Der Check-in erfolgt per Code, den man zuvor per E-Mail zugeschickt bekommen hat, und per Terminal im Foyer. Für Notfälle ist ein Servicemitarbeiter telefonisch erreichbar. Mein erstes Fazit dazu: schnell, einfach und empfehlenswert!
Aller Anfang ist… die Tourismusseite.
Möchte man während seines Städtetrips nicht den ganzen Tag im Hotelzimmer verbringen, fangen nun die eigentlichen Recherchen an. Eine erste gute Anlaufstelle ist die Tourismusseite der jeweiligen Stadt. Dort gibt es meistens einen Veranstaltungskalender, der nach Reisezeitraum, Interessen (Museum, Event, Fest, Wochen-/Flohmarkt), Mitreisenden (Single, Paar, Familie) und Lokalität (draußen, drinnen) gefiltert werden kann. Alles, was einem gefallen könnte, sollte man sich notieren.
Mein Tool der Wahl ist in diesem Fall Google Maps[1]. Verfügt man über einen eigenen Account und ist entsprechend angemeldet, lassen sich unter dem Menüpunkt „Gespeichert“ verschiedene „Listen“ anlegen. Pro Städtetrip bzw. pro Stadt lege ich mir eine Liste an. Ob diese privat und nur für einen selbst sichtbar, oder auch öffentlich verfügbar sein soll, darf jeder für sich entscheiden.
Nun trage ich dort jeden Ort ein, den ich interessant finde und den ich mir vorstellten könnte, während meines Aufenthaltes zu besuchen (einschließlich der Unterkunft). Wichtig: Die Einträge stellen erst einmal nur eine Sammlung dar und zeigen mir am Ende, welche Möglichkeiten ich vor Ort habe. Es besteht zu keiner Zeit die Erwartung, am Ende alles gesehen und abgearbeitet zu haben. Es ist vielmehr eine Sammlung für Plan A, Plan B und vielleicht sogar Plan C. Denn es gibt einfach einige Faktoren, die Pläne schneller durchkreuzen als man denkt. Das Wetter ist bei aller noch so guten Planung meistens der Unsicherheitsfaktor Nummer eins. Daher ist es gut, lieber ein paar mehr Optionen im Köcher zu haben und sich spontan umentscheiden zu können. So bleibt einem viel Ärger über Dinge, die man nicht ändern kann, wie zum Beispiel das Wetter, erspart. 😉
Ein Schatz voller Ideen und Möglichkeiten
Um Veranstaltungen und Events herum lassen sich nun weitere Sehenswürdigkeiten recherchieren. Welche Highlights bietet die Stadt? Was lohnt sich anzugucken? Auch hier bieten die Tourismusseiten der jeweiligen Stadt meistens eine gute Ausgangslage. Dazu lohnt sich auch ein Blick auf Tripadvisor.de oder der Weg über eine Online-Suchmaschine, wie Google oder Bing.
Und nicht vergessen, alles, was einen interessiert, auf die Google Maps-Liste setzen. Dazu zählen Restaurants, Cafés und Kinos genauso wie kleine Parks, Aussichtspunkte und schöne Shoppingcenter. Jedem Eintrag kann man zusätzlich eine kleine Notiz hinzufügen, beispielsweise die besten Besuchszeiten oder Hintergrundinformationen zur Sehenswürdigkeit. Abschließend schadet es nichts noch einmal selbst mit Mauszeiger und Scrollrad über Google Maps zu navigieren. Auch damit findet man unter Umständen noch das ein oder andere lohnende Ziel.
Was darf auf meiner Liste niemals fehlen?
Unabhängig davon, ob ich sie besuche oder nicht, gibt es Orte, die auf meiner Städtetrip-Liste wirklich niemals fehlen dürfen. Denn wie ich schon sagte, das Wetter ist – genau wie wir Menschen – manchmal einfach launisch und unplanbar.
- Ein nettes, aber entspanntes Restaurant zum Abendessen, in das man sich auch ohne Hemmungen und komische Seitenblicke allein, bewaffnet mit einem spannenden Buch hineinsetzen kann (z. B. Vapiano oder L’Osteria)
- Ein nettes, kleines, auch gerne etwas ausgefallenes Café für einen Nachmittagskaffee (z. B. Katzentempel in Bochum)
- Ikea, für den absoluten Schlecht-Wetter-Fall
- Ein Kino als Alternative, falls es abends keine Veranstaltungen oder Events gibt. Denn ein Kinobesuch geht meiner Meinung nach irgendwie immer.
Sind alle Ziele soweit verortet und die Liste komplett, hat man einen hervorragenden Überblick, wo sich was befindet. Distanzen zwischen den Sehenswürdigkeiten sind schnell erkannt und mögliche Routen definiert. Damit lässt sich wunderbar planen und eine Stadt erkunden.
Und just in diesem Moment ertappe ich mich bei dem Gedanken, wohin mich mein Fernweh als nächstes zieht. 😉
Quellenangaben:
[1] https://maps.google.de